Das Dreiländereck…

…Deutschland, Schweiz, Frankreich

 mit einem Satz vor meiner Haustür, stehe ich mitten in einer multikulturellen Szene. Drei Länder treffen am Pylonen aufeinander. Eine Eisenplastik von Wilhelm Münger aus dem Jahre 1957 die im Rhein zu sehen ist. Im Grundriss stellt es eine Schiffsschraube dar und symbolisiert mit den 3 Flügel in Form von 3 Segeln die 3 Länder.

Hier begegnen sich nicht nur 3 Länder, sondern auch 2 Handelsgrenzen, die EU und die Schweiz, und unterschiedlichen 3 Sprachen: Deutsch, Schweizerdeutsch und Französisch. Allerdings können sich alle 3 Länder ohne weiteres auf einer Sprachebene verständigen, da das Elsässerdeutsch beim genauen hinhören sehr gut für einen Deutschen aus der Region verständlich ist.

Diese Länder, die durch die Einwanderung anderer Völker stammen, bilden einen kosmopolitischen, mehrsprachig und kulturdiversen Schmelztiegel, welche meine Person im Wesentlichen geprägt hat. Der politische Einfluss sei es aus der Vergangenheit aber auch der Gegenwart, war und bleibt ein unsichtbarer Vorhang zwischen den Menschen dieser Länder, bei welchem es sich lohnt ihn aufzuziehen um das „ewig fremd sein“ zu Beenden. Hier bin ich geboren und teilweise aufgewachsen. Ein spannendes Feld, denn man ist sofort in einem anderen Land das in kurzer Zeit, mit dem Fahrrad erreichbar ist. Für mich verschwimmen diese Grenzen in sich, was eine Bereicherung jeglicher Art ist.

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Kunst und Kultur wird in dieser Ecke großgeschrieben. Man kann eine Vielfalt von namhaften Museen und Galerien in Basel, Sankt Louis und Weil am Rhein finden, welche einmal im Jahr für Kunst– und Designliebhaber eine ganze Nacht lang die Türen zur nationalen und internationalen Kunstwelt öffnen.

Kulinarisch gibt es ebenfalls eine große Auswahl an Käsesorten und Käsespezialitäten in diesen Ländern. Beispielsweise das Käsefondue, ein schweizerisches Nationalgericht, dass oftmals mit den Kräutern aus den Alpen gewürzt wird, ist ein Genuss.

Die verschiedenen Wochenmärkte haben ein riesiges Angebot an Obst, Gemüse, Fleisch und vor allem an frischen Fisch im Sortiment. Der französische Wochenmarkt, welches dem italienischen Lebensmittelangebot am nächsten kommt, bietet mir weiterhin die Möglichkeit meine nationale Küche fortzuführen. Mit Handschlag werde ich von dem marokkanischen Marktverkäufer seit Jahren begrüßt. Wir tauschen uns während des Aussuchens des Gemüses über Rezepte und neuen Kochideen aus. Da keiner von uns beiden die jeweilige Sprache des anderen gut kann, wird zur Verständigung oftmals mit den Händen nachgeholfen.

So kann es passieren, dass Italienischstämmige aus Frankreich sich zu mir im Restaurant an den Tisch setzen, um die gut badische Küche zu kosten. Wir aber nicht miteinander kommunizieren können. Da sie weder ihre Muttersprache beherrschen aber auch nicht Deutsch können. Leider sprechen viele, wie auch ich kein oder kaum Französisch. Hingegen Migranten aus Marokko, Libyen oder Tunesien stammend, deren Schulsprache französisch ist, fühlen sich in Frankreich, sprachlich nicht fremd und es zieht mit ihnen ein Hauch des Orients durch die Straßen von Sankt Louis und Mulhouse.

An der Architektur, Straßenführung und an den angelegten Grünflächen bemerkt man sofort, dass man die Länder überquert.  Auch die Preisunterschiede im Warenhandel machen es deutlich in welchem Land man sich gerade befindet.

So interessant das Leben in dieser Ecke auch ist, so komplex ist es auch. Es ist ein Leben zwischen den Welten. Wer die Struktur nicht akzeptiert, hat es nicht leicht hier Fuß zu fassen. Durch die kulturelle Komplexität der Menschen und die Vielfalt der Esskultur habe ich keine Berührungsängste für ferne Länder. Im Gegenteil es hat ganz besonders durch die Vielfalt der unterschiedlichen Lebensmittelangebote mein Gaumen für gutes Essen sensibilisiert.

Nun sitze ich am Rheinufer auf der deutschen Seite. Ein verliebtes Schwanenpaar kommend aus Frankreich flirtet direkt vor meinen Augen. Als sie merken, dass ich sie beobachte ziehen sie Rheinaufwärts weiter und passieren ohne Grenzkontrollen die schweizerischen Staatsgewässer.


17 Gedanken zu “Das Dreiländereck…

  1. Schöner Eintrag, danke! Ich lebe seit etwas mehr als 10 Jahren im Dreiländereck und es gefällt mir immer besser. Die beiden unteren Fotos zeigen den Yachthafen in Märkt, vermute ich mal. Im Sommer sitzen wir da öfters auf der Terrasse des kleinen Restaurants und geniessen den Blick auf den Rhein und das Stauwehr, auf das französische Ufer und in Richtung Basel.

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  2. Ich finde es toll, dass Du unser schönes Markgräflerland so positiv darstellst. Unsere „Ecke“ hat wirklich viel zu bieten. Das Bild ist wohl im Weiler Yachthafen entstanden. In der dortigen Wirtschaft gibt es immer guten selbstgebackenen Kuchen. Viele Grüße

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    1. Danke Rolf für dein Kommentar. Das Markgräflerland ist wirklich sehr beeindruckend. Ganz besonders ist das Licht entlang dem Rhein sehr schön. Rolf dann müssen wir doch den Kuchen probieren gehen. Liebe Grüße an Susi und einen schönen Sonntag Abend euch.

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  3. Jetzt fehlt nur noch ein Foto mit Schnee, den Schweizer Alpen und so 😉

    Aber mal im Ernst, das ist ein wirklich sehr schöner Beitrag, gut geschrieben und ich finde es großartig, dass du auch die Thematik mit der Sprache einbaust. Wir alle kennen doch das Gefühl, dass die ein oder andere Person interessant wirkt, aber die Möglichkeit zur Unterhaltung fehlt, aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse.
    Auch, wenn ich nie dort war, Grenzen sind häufig willkürlich gezogen oder aufgrund der Geschichte entstanden – ABER sie sollten kein Grund sein, um mit anderen nicht zu sprechen oder Kontakt aufzunehmen.

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    1. Danke für dein Kommentar, ich freue mich immer wenn du meine Seite besuchst. Ja, so ist es Rhiannon, wenn man sich sympathisch ist, dann findet man eine Möglichkeit sich zu verständigen.
      Ich wünsche dir einen lieben Gruß und einen guten Start in die neue Woche, Maria

      …es ist zu warm für viel Schnee in den Alpen – aber immer beeindruckend.

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  4. Liebe Maria ein schöner Beitrag , den du so herrlich geschrieben hast , dass man gern einmal dieses Dreiländereck besuchen möchte . Ich finde es eine wunderbare Bereicherung so nah an anderen Ländern leben zu können . Verschiedene Kulturen , sprachen erleben zu können .
    Liebe Grüße Mona

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    1. Danke Dieter, für das Verlinken auf deinen Beitrag. Es ist eine sehr schöne Ecke in welcher wir wohnen und es gibt noch so viel zu entdecken. Ich freue mich wieder auf ein Treffen mit euch. Müllheim hat so viele gute Cafés…bis bald und Gruß Maria

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