Reisen aus dem Lockdown …

… Baden-Baden, Heidelberg und Stuttgart sind die ersten Städte, die ich nach dem Lockdown besucht habe. Keiner dieser baden-württembergischen Städte sind miteinander vergleichbar und jede für sich ist schön.

 

Baden-Baden verspielt, mondän und verzuckert mitten im Schwarzwald. Ein Städtchen, das viel zu bieten hat. Kunst und Kultur schlafen hier nicht. Wer Glück im Spiel sucht, kann dies in einer der schönsten Spielcasinos der Welt tun. In dieser Stadt umgeben vom Tannenwald wird offen gezeigt wie Reichtum und Spiel zusammengehören. Die Belle Epoque ist in der ganzen Stadt allgegenwärtig. Denn es wird nicht nur den Spielsüchtigen in opulenten Sälen Raum geboten, sondern man kann in sehr schönen Schwimmhallen mit Thermalquellen einfach nur die Seele und den Körper pflegen. Baden-Baden ist voll schöner Modegeschäfte, Juweliere, Cafés, Galerien und Museen. Ich konnte hier für einen Tag den Alltag einfach vergessen und mich von der Eleganz des Ortes treiben lassen.

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Getrieben von meinem Entdeckergeist besuchte ich Heidelberg. Es weht immer noch ein Hauch „Amerikanischer Geist“ in den alten und historischen Gassen dieser Stadt. Eine bezaubernde Hochzeit konnte ich gemütlich sitzend vom Café auszusehen. Die Braut war wunderschön gekleidet. Sie trug einen langen schwarzen Tellerrock und ein cremefarbenes Hemd dazu. In ihrem dunklen Haar hatte sie sich frische Blumen reinstecken lassen. Man sah das die Hochzeitsgäste sich mit viel ungewolltem Abstand begegneten. Dennoch geht es nett und fröhlich in den Straßen und Gassen zu. Aber es fehlen bekannte Touristen wie die vielen Asiaten, welche jeden Winkel und Sehenswürdigkeit der Stadt mit ihren Kameras für die Ewigkeit festhalten. Studenten feiern in die Nacht hinein. Nur es fehlt an der echten Ausgelassenheit der Menschen und vieles erscheint mir dadurch surreal. Aber ich besuchte so gut es ging die vielen Kirchen, sehr schöne Geschäfte. Heidelberg ist eine Unistadt des Wissens.

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Geiz findet man in Stuttgart auf den Straßen nicht. Ganz im Gegenteil! Die Restaurants zeigen sich von der besten Seite und die Teller sind gut gefüllt. Leider auch die Bars, wie man von außen sehen kann und die Königsstrasse voll mit Menschen. Ich bevorzuge es familiär und ruhig bei einem Vietnamesen zu essen und bekomme dabei Fernweh. Der Wirt und ich kommen ins Gespräch wir erzählen uns aus unseren Heimatländern und mir wird bewusst wie einfach ich es dennoch mit den ganzen Einschränkungen der Pandemie habe. Italien liegt im Gegensatz zu seinem Heimatland Vietnam nur ein Katzensprung entfernt. Erst als die Straßen leerer werden und es fast menschenleer ist begebe ich mich auf mein Zimmer ins Hotel. Ich hatte einen sehr schönen Abend unter asiatischen Laternen, die sich leicht im abendlichen Wind wiegten. Ich fühlte mich durch die Erzählungen des Wirtes in die Ferne versetzt, dass ich wieder einmal merkte, dass das wichtigste im Leben gute Gespräche und menschliche Nähe sind. An diese Gesprächsreise werde ich mich noch lange erinnern.

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15 Gedanken zu “Reisen aus dem Lockdown …

  1. Schöne Städte hast du besucht und in Stuttgart beim Vietnamesen in die Ferne zu schweifen kann ich verstehen. Obwohl ich in der Nähe von Stuttgart wohne, habe ich die Stadt seit dem Lockdown nicht mehr besucht. Heidelberg besuche ich am Samstag und ich bin gespannt auf die Besuchermassen
    LG Andrea

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  2. Es gibt so viele schöne Orte in Deutschland. Es lohnt sich, diese jetzt in Ruhe anzusehen. Man muss nur versuchen, die Besuchermassen, die sich jetzt auf Deutschland konzentriert haben, zu vermeiden. Aber mit etwas Mühe gelingt das gut.
    Vietnamesische Laternen sind wunderschön, man fühlt sich an Hoi An erinnert. In Köln gibt es auch ein vietnamesiches Lokal mit den schönen Laternen. Die Bedienung freut sich immer sehr, wenn man sich mit ihnen über die ursprüngliche Heimat unterhält. Gespräche sind wirklich etwas Kostbares, man lernt, die Denkweise der anderen zu verstehen. LG Marie

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    1. Liebe Marie, genau so ist es…so schlimm wie auch die Zeit sein mag…so intensiv und emotional ist sie auch. Entweder man begegnet Menschen die sauer sind oder sich gar fürchten – oder eben Menschen die wie die Vietnamesische Familie die nicht mehr selbstverständlich mal nach Hause fliegen kann. Es ist keine einfache Zeit, aber dennoch ist es eine Zeit des Nachdenkens. Ich denke das wenn man die Regeln befolgt auch die eine oder andere Reise machen kann und alles andere wird sich noch zeigen. Ganz liebe Grüße aus dem Schwarzwald, Maria

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    1. Danke dir Mona für das kommentieren meines Beitrages. Ich glaube wir vergessen einfach, das es überall auf der Welt schön sein kann. So auch in Deutschland, das nicht nur ein Land bei welchem es um das Geld verdienen geht. Deutschland ist einfach auch ein schönes Land mit sehr viel Kultur, Kunst und eine wunderschöne Küste oben im Norden. Durch die Wiedervereinigung ist mein Geburtsland ein einzigartiges Land geworden und hat noch mehr an Lebensqualität gewonnen. Liebe Grüße Maria

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  3. Da warst du ausgerechnet dann in Heidelberg, als ich in Norwegen war! Schade – wir hätten auf dem Marktplatz oder im Café Knösel oder sonstwo einen Kaffee trinken können. Und ich hätte dir die wunderbaren Skulpturen im Schlosspark gezeigt! Und den Marstallhof, wo man gemütlich unter alten Bäumen sitzt. Und den Philosphenweg, wo man den besten Blick auf Alt-Heidelberg hat…
    Vielleicht kommst du ja mal wieder – dann holen wir das nach!

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    1. Liebe Renate, über dein Kommentar habe ich mich sehr gefreut zumal wir etwas gemeinsam haben…die Welt zu entdecken. Das Wochenende in Heidelberg hat mir sehr gefallen und gerne können wir uns auch treffen. Heidelberg ist ja nicht soweit von Lörrach entfernt. Dann kannst du mir von den vielen Reisen erzählen die du bereits unternommen hast.

      Liebe Grüße Maria

      Gefällt 1 Person

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