Venedig – zwischen Pest und Amore

Die Sonne scheint.

Nachdenklich laufe ich am Hotel Danieli vorbei. 

Terrasse Hotel Danieli

Das klimpern des Pianisten am Flügel des Café Florian zieht mich zum Markusplatz und ich werde von einer handvoll Tauben empfangen…die bei meiner Ankunft aufgeschreckt davonfliegen. Sie sehen verhungert aus, verzweifelt suchen sie nach Futter, die Bröseln, die einst den Touristen vom Teller fielen, fehlen den Vögeln.

Caffè Florian

Ein faszinierender Augenblick, Venedig ganz für mich alleine zu haben und absolut kein Problem zu haben ein Platz in einem Caffè zu bekommen. Selbst die Condoliere haben Zeit mit mir ein Gespräch anzufangen und wir sind uns sofort einig. Venedig hat so einiges mitgemacht und wird auch diese Phase meistern – es ist die Stadt der schönen Erinnerungen.

Weiter laufe ich zu dem Fischmarkt, an dem sich unzählige Fischlokale entlang des Marktes reihen und sich um die Wette ihre Spezialität anbieten. Natürlich mach ich in einem davon Halt und esse den gekochten Pulpo, der nur mit Salz gewürzt und mit ein paar Tropfen Zitrone beträufelt wird.

 

Pulpo

Herrlich!

Ich lasse meinen Gedanken freien Lauf und genieße am Schluss bei einem Apperitivo die Abendstimmung über der Lagune von der Panorama Terasse des Danieli.

 

Die Nationalhymne begleitet meine Gedanken. La Guardia Di Finanza hat unten im Hafen eine Feier …die von kreischenden Möven begleitet wird.


35 Gedanken zu “Venedig – zwischen Pest und Amore

  1. Danke für die wunderschönen Bilder, den treffenden Beitrag. Hoffentlich, wird Venedig niemals mehr so überrollt, wie wir es in der Zeit vor der Pandemie erleben mußte.
    Einwenig weniger, schadet sicher nicht denen, die vom Tourismus leben, sondern bringt andere Wertigkeiten… Schönen Restsonntag und lG M. Kuhl

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    1. Danke für das Interesse an meinem Besuch in Venedig. Es wird und es muss sich viel in Venedig tun, damit die Stadt wie du es beschrieben hast seine Wertigkeit zurück bekommt. Natürlich soll diese einzigartige Stadt besucht werden. Nur nicht mit dieser Menschenmasse die selbst am Schluss nur ausgenommen und durchgeschleust wird. Liebe Grüße Maria

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  2. Ich war auch vor ein paar Tagen. Die geringe Anzahl Tauben ist mir auch aufgefallen, allerdings habe ich sie keim bisschen vermisst.
    Und der Gondoliere hat sich so über die Fahrt gefreut, wie ich selbst. So schön Venedig ‚in Ruhe‘ genießen zu können!

    LG Nicole

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  3. Venedig muss ohne die vielen Touristen wunderbar sein, das hast Du sehr gut eingefangen. Ich liebe diese Stadt, ich war schon so oft dort, bereits seit frühester Jugend unbeschwert mit meiner Schwester, und es sind immer schöne und nostalgische Erinnerungen. Vielen Dank für das Mitnehmen in eine ganz besondere Stadt, liebe Maria. Liebe Grüße Marie

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    1. Immer wieder gerne Marie. Ja, in meiner Jugend bin ich aus lauter Erschöpfung in Venedig in der Nähe des Fischmarkts eingeschlafen. Ich kam da mit meinem schweren Tramperrucksack aus dem damaligen Jugoslawien, völlig erschöpft und bin dann eingenickt. 😁 Ein Restaurantbesitzer hat mich mit einer Tasse Kaffee geweckt. Das war so nett und lieb das kann ich nicht vergessen. Die Restaurantbesitzer aber auch andere Geschäftsleute in Venedig leben von den Touristen und haben sonst keine anderen Einkünfte. Im Moment haben sie es echt schwer.

      Liebe Grüße Maria

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  4. Liebe Maria,

    dein Text mit Bildern liest sich so, dass ich unweigerlich empfinde: Italien und Maria, das gehört einfach zusammen!
    Ich freue mich sehr, dass du endlich wieder einmal da sein konntest!

    Ganz liebe Grüße
    Marion

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      1. Verständlich, sich in der gegenwärtigen Situation so zu fühlen. Es ist nicht einfach, die Stärke im Innern zu entwickeln, mit der man hinwegsehen kann über das Getöse von außen, das beständig an uns heran getragen wird. Ich wünsche dir alle nötige Unterstützung, die du brauchen kannst, um dich sicher und wohl zu fühlen.

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