Salzkristalle (Teil 10)

Meine Großmutter verstand sich gut mit dem Pfarrer. Sie hatten eine ganz eigene Art der Kommunikation. Der Pfarrer bemühte sich in Latein mit ihr zu sprechen, welches sehr dem italienisch ähnelt und zusätzlich unterstützt wurden die Gespräche mit einer ausgeprägten Handgeste. Man verstand sich und der Umgang der beiden war sehr herzlich.

Der Nachhauseweg war dann auch immer sehr entspannt und auch hier kamen wir an unserem Eis nicht vorbei. Denn der Kiosk in der Stadt hatte immer sehr gute Schwarzwaldeisbecher in der Eistruhe. Der Verkäufer kannte uns schon und legte immer zwei Becher für seine Lieblingskundinnen zurück. 

Er nannte meine Großmutter liebevoll Nonna Siziliana war im gleichen Alter wie sie und schaute sie immer sehr verliebt an. 

Wir steuerten mit unserer deutschen Eisdelikatesse die ganz anders als das italienische Gelato schmeckte den Nachhauseweg an.

Jeder für sich tief in seinen Gedanken.

Nach dem sonntäglichen Mittagessen mit meinen Großeltern gab es hinterher immer einen guten Kaffee den ich traditionell für uns vorbereitete. Beide genossen es immer, wenn ich den Kaffee so wie meine Tante aus Salerno mit dem legendären Zuckerschaum und der Kaffeemaschine auf dem Herd zubereitete.

Während der Zubereitung fing meine Großmutter plötzlich an wie schön doch ihre neue Unterwäsche sei und wie gut sie sitzen würden.

Der Strasstein würde der Wäsche einen ganz besonderen Touch geben.

Mein Großvater gefiel dieses Gespräch und seine Augen schauten die Liebe seines Lebens mit seinen feurigen Augen an, die ansonsten einen strengen Blick hatten. Er zeigte sich uns beiden von einer ganz anderen Seite als bei den übrigen Verwandten und Kollegen. Bei dem Anblick seiner geliebten Ehefrau schmolz er immer dahin.

Mein Großvater war sehr angetan von diesem Gespräch und meinte das Qualität eben zu Qualität gehöre und legte mit seinem breiten Gesicht ein einzigartiges Grinsen auf.

Meine Großmutter wurde aber strenger in ihrem Ton, um ihm zu verstehen zu geben, dass sie ihn jetzt nicht aufreizen wollte.

Es ging einzig und alleine um den Strass der der Unterwäsche den Qualitätssiegel gab.

Er versuchte seine Frau zu verstehen. Aber da sie sich auch nicht richtig ausdrücken konnte und dies für sie noch ein schwieriges Thema war bat sie mein Großvater abzuwarten. Er war nicht nur klug sondern auch sehr geduldig und gewitzt. Gut dann vertagen wir das Gespräch, dass dein Herzens Wunsch beinhaltet auf einen anderen Zeitpunkt. Die richtige Zeit wird kommen, wenn die Zeit reif dafür ist.

Fortsetzung folgt…


10 Gedanken zu “Salzkristalle (Teil 10)

    1. Liebe Marina, ich kann dich sehr gut verstehen. Die Nonna die ich hier beschreibe hat in Deutschland gewohnt und war die Mutter meiner Mutter. Alle Verwandten meines Vaters haben uns in den 50 Jahren wo mein Vater noch gelebt hat nie besucht. Auch nicht seine Eltern also meine Nonni. Mein Vater hat sehr darunter gelitten.

      Liebe Grüße Maria

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      1. So war das bei uns auch. Das war auch nie ein Thema, dass sie kommen. Besucht haben uns dann nur die zii
        Du hast hast das sehr schön geschrieben 👍

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